Neues Stück von Martin G. Wanko: Paarungsspiele und Beschimpfungen im Keller

STEIERMARK | THEATERKRITIK: HERMANN GÖTZ | aus FALTER 03/14 vom 15.01.2014

Irgendwie ist das traurig", sagt einer sinngemäß gegen Ende von Martin Wankos neuem Stück "Paarungsspiele featuring Publikumsbeschimpfung II", das wie Wankos letzte Arbeiten im Theater im Keller zur Uraufführung kam. Und irgendwie hat er Recht. Wanko macht, was er am besten kann: Er bedient sich des Gerüsts einer simplen Form und entwickelt durch deren brachiale Ironisierung zeitgemäße Formate. Und er schimpft. "Paarungsspiele" funktioniert wie ein rustikaler Schwank, auch wenn Wankos Figuren gelangweilte Stadtbewohner sind, die ihr halblustiges Sexualleben mit Blinddates und geschmacklosen Spielchen optimieren. Das führt dann direkt Richtung Partnertauschbörse.

Wären Wankos Dialoge ausgefeilter, hätte er eine nette Gesellschaftskomödie hingelegt; so aber läuft das Publikum kaum Gefahr, sich mit den karikierten Schlafzimmernazis zu identifizieren. Da braucht es dann doch zwei Wutbürgervertreter, die als Chippendales den Zusehern einen Zerrspiegel vorhalten: Die Hölle, das seid ihr immer noch selber! Das Schwank-oder einfach Komödienhafte ist das, was wiederum Regisseur Bernd Sracnik und die TiK-Schauspieler rund um Alfred Haidacher am besten verstehen. Zwischen den bunten Stellwänden eines klugen, aber lieblos wackeligen Bühnenbildes bieten sie flotte Performance, Michael Spiess und Andreas M. E. Hierzer beschimpfen lustvoll das Publikum. Das alles könnte weit weniger traurig sein, würde es nicht viel versprechen. So aber bleibt der Eindruck, dass die Produktion unter ihren Möglichkeiten bleibt, weil das Gros ihrer Produzenten allzu rasch mit sich zufrieden war. F Theater im Keller, Graz, Fr, Sa, Do 20.00


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