Austellung Kritiken

Tausend Kniebeugen als Strafe für Flüstern

LEXIKON | NS | aus FALTER 03/14 vom 15.01.2014

Es wurden immer alle Türen zugesperrt, egal ob von Schlaf-oder Speisesaal, Privatsphäre war unmöglich. Als entsetzlich schildern Ex-Heimkinder die Zustände im "Kindergefängnis" Hohe Warte. Der Künstler David Kurz zeigt im Künstlerhaus Fotos des heute leerstehenden Gebäudes, die er mit Zitaten verdeckt hat. Die dortige Schau "Krieg gegen Kinder" möchte einen Beitrag zur Aufarbeitung der Gewaltgeschichte in Wiener Kinderanstalten setzen. Arbeiten vier junger Künstler werden gemeinsam mit Kunst ehemaliger Heiminsassen gezeigt. Die begleitend zur Fotoinstallation von Michaela Putz verlesene Hausordnung eines psychiatrischen Kinderheims löst unwillkürlich Beklemmung aus. Ein verdienstvolles Projekt, wenn auch dieses düstere Kapitel Wiener Sozialpolitik eine viel umfangreichere, historisch-analytische Ausstellung braucht.

Künstlerhaus, bis 23.2.


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