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Alt-Wiener Feuchtgebiete: Moldens zweites Singspiel

LEXIKON | aus FALTER 03/14 vom 15.01.2014

Das Wien, das Ernst Molden in seinem Singspiel "Hafen Wien" beschreibt, ist eine Stadt, in der der Bobo (Gerald Votava) am Würstelstand eine Bionade bestellt -und wortlos eine Dose Zipfer hingestellt bekommt. Wie im Vorgänger "Häuserl am Oasch" (2010) trifft das sagenhafte alte auf das moderne Wien; nur dass das Grauen diesmal nicht im Wienerwald, sondern in der Donau lauert. Schauplatz ist der "Friedhof der Namenlosen", wo die anonymen Toten aus der Donau begraben sind. Ein untotes Liebespaar (Michou Friesz, Markus Kofler) und ein Totengräber (Heribert Sasse) treiben sich hier herum -vor allem aber Eva Maria Marold als sinistre, herrlich ordinäre Würstelstandlerin, die als Telefon-Domina jobbt (hochkomische Szene!) und in Wahrheit das Donauweibchen, den nassen Tod, verkörpert. Nur noch wenige Vorstellungen! WK Rabenhof, Fr, Sa 20.00 (bis 29.1.)


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