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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 04/14 vom 22.01.2014

An sich ist der Jänner ganz klar ein 48er-Monat: Die Politiker sind von den Silvester-Exzessen noch geschwächt, schwatzen viel Unfug und begeben sich in eher mittelfade Klausuren; der Kulturbetrieb brummt auch allenfalls mezzoforte vor sich hin, und das Inseratenaufkommen ist nach der Weihnachtsoffensive in der Regel leider nicht so hoch, dass man zwischen den Anzeigen keinen Platz mehr fände, um dort ausreichend Artikel unterzubringen. Und doch erschallt, wenn es die Verhältnisse denn nötig machen sollten, ein markiges "Sechsundfünfzig!“ von der Kommandobrücke des Falter. Solange der Kapitän weiß, wann die Schlagzahl zu erhöhen ist, wird die Galeere auch den Kurs halten können, ohne zu kentern.

Das Manöver war notwendig geworden, weil es nicht nur zwischen Skylla und Charybdis, sondern auch an Bord der Papillon eng zu werden drohte. Selbiges gilt zwar auch für die Metaphorik, die hier aus dem Ruder zu laufen droht, aber immerhin die epischen Dimensionen evoziert, die in dieser Ausgabe gleich mehrere Beiträge erreichen - allen voran Gerhard Stögers Interview mit Ja, Panik, deren "erfreulich unpeinliche Texte“ Stöger schon 2006 pries, ehe er die Truppe um Andreas Spechtl im Jahr darauf als "die beste deutschsprachige Rockband“ apostrophierte, "die kaum wer kennt“. Nun, das hat sich mittlerweile doch geändert: Die Burgenländer sind personell geschrumpft, "Big in Berlin“, musikalisch keine Rockband mehr und derzeit allemal so sexy wie Facebook. Im 56er-Jänner 2014: ganz klar die Coverstory.


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