Nachgesehen  

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 04/14 vom 22.01.2014

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Nervöse Patienten im Warteraum, unruhige Ärzte auf der Straße

Eigentlich wollten sie ja im Wiener AKH protestieren, aber sie durften nicht - jetzt stehen die Menschen in weißen Arztkitteln in der Spitalgasse im Regen, um gegen die Personalkürzungen im AKH zu demonstrieren. Dort hat sich die Lage zugespitzt: Heuer wurden elf Nachtjournaldienste gestrichen. "Das klingt nicht viel“, sagt Betriebsrat Thomas Perkmann auf der Bühne, "aber wir haben in der Nacht insgesamt nur 172 Journaldienste fürs ganze AKH. Da sind elf weniger ein großer Schritt.“

Unten im Publikum hält Giora Meron von der Universitätsklinik für Notfallmedizin einen Luftballon, "Personal-Raubbau heißt Medizin-Abbau“ steht darauf. Weniger Stellen, das bedeute für den Patienten: längere Wartezeiten, mehr Nervosität und Unruhe. "Schon jetzt warten Sie bis zu vier Stunden. Und es werden keine Stellen nachbesetzt“, sagt Meron. Außer man sei ein VIP - dann bekomme man den roten Teppich ausgerollt. "So wie’s ist, ist’s nicht in Ordnung.“


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