Enthusiasmuskolumne  

"Schrömpf, schpronz, bramms, bzzzzzz!!!“

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 04/14 vom 22.01.2014

Diesmal: das tollste Tool der Welt der Woche

Geht alles mit rechten Dingen zu, so kann man die Jahreszeit auch erkennen, ohne einen Blick aus dem Fenster, auf den Kalender oder die Kleidung seiner Mitmenschen zu werfen - daran nämlich, worüber geredet wird. Schon klar, in den Kunsthallen, Krankenkassen und Kurzwarengeschäften dieser Welt hält man sich nicht an die gebotenen Konventionen der Konversation, liebt es stattdessen, auch mal über die Stränge zu schlagen oder Fünfe grad sein zu lassen.

In den meisten Büros und Betrieben darf man indes davon ausgehen, dass es Winter ist, wenn Steckrüben-Small-Talk stattfindet (und dass sich dahinter auch kein sekundärsemantischer Schweinkram verbirgt).

Dass man derzeit zwischen Kaffeemaschine und Kopierer, beim gemeinsamen Weg aufs Klo oder zum Gabelfrühstück immer öfter Steckrübengespräche belauschen kann, spricht zum einen stark dafür, dass dieses vitaminreiche und kalorienarme Knollengemüse endlich aus der Ecke des Arme-Leute-Essens gezogen wurde; steht zum anderen aber auch für das saisonal bedingte Interesse an kulinarischer Wurzelverwertung.

Peterwurzel versus Pastinak lautet das Aufregerthema der Stunde, aber auch die Karotte, die Gelbe und die Rote Rübe, der Kohlrabi oder die schwer zu putzende Topinambur sorgen für Gesprächsstoff.

Was aber macht man mit all dem Zeug? Im Zweifelsfall: Suppe. Was braucht man dafür? Einen Pürierstab. Hat die Wurzel das Al-dente-Stadium erst einmal hinter sich gelassen, kann man sie mit diesem tollen Tool bequem niederfräsen und unter Begleitung höchst ausgelassen stimmender Geräusche in ein ebenso nahrhaftes wie leckeres Süppchen verwandeln: "Rattapadungg, zadong, schrömpf, schpronz, bramms, bzzz, bzzzz, bzzzzzzz, bzzzzzzzzzzzzzzz!“


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