Musiktheater Kritiken

Kein "Gewaltmarsch", vor allem eine "Winterreise"

Lexikon | H R | aus FALTER 04/14 vom 22.01.2014

Bei der Interpretation des seelischen Kosmos der Verzweiflung in der "Winterreise" nehmen einzelne Protagonisten des in schwarze Mäntel gewandeten Ensembles die Maske ab, die sie sonst tragen, singen die Lieder, bewegen sich nach ihnen, wenn sie in einer Klavierfassung gespielt werden, oder rezitieren allein die Gedichte Wilhelm Müllers. Nicht mehr als vier Texte des im Winter 1944 erschossenen ungarischen Dichters Miklós Radnóti werden eingebaut, sie geben der Aufmerksamkeit eine Richtung. Aber es ging im Markus Kupferblums Produktion einzig um Schuberts "Winterreise", die man nicht umbringen kann, wenn sie glaubhaft dargestellt und eben nicht "perfekt" gesungen wird. So wird sie zu allen Zeiten Menschen berühren.

Brick-5, Fr, Sa, So (letztmals) 20.00


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