Film Neu im Kino

Déjà-vu auf dem Land: "Homefront"

Lexikon | Stefan Kluger | aus FALTER 04/14 vom 22.01.2014

Es hätte der letzte Auftritt von Rambo sein können. Doch der Drehbuchautor, ein gewisser Sylvester Stallone, war damals mit Rocky Balboa beschäftigt. Und da nun mittlerweile beide Helden in Pension sind, sprang Stallone über seinen Schatten und verzichtete auf einen eigenen Auftritt.

"Homefront" erzählt die Geschichte von Phil Broker (Jason Statham), der mit seiner Tochter Zuflucht im sumpfigen Hinterland von Louisiana sucht. Einst war er Agent der Drogenbekämpfungsbehörde, doch ein Vorfall bewog ihn, den Job hinzuschmeißen. Jetzt will er seine Vergangenheit hinter sich lassen und ein friedliches Leben führen. Kaum im Provinzstädtchen angekommen, muss der Ex-Cop feststellen, dass die Idylle trügt. Und ein vermeintlich kleiner Disput schwillt langsam, aber unaufhaltsam zur Katastrophe an.

Man kann "Homefront" eine gewisse Hingabe nicht absprechen. Leise und ein wenig schwermütig beginnt Brokers Neuanfang im Süden. Statham ,für seine nicht gerade zimperlichen Rollen in Actionfilmen à la "The Transporter" bekannt, ist anfangs sogar um Deeskalation bemüht. Dass daraus nichts wird, dafür sorgen die bösen Jungs, allen voran Meth-Drogendealer Gator Bodine (James Franco). Prominent besetzt sind auch die beiden drogenabhängigen Frauen Cassie (Kate Bosworth) und Sheryl (Winona Ryder), die mit Abstand unberechenbarsten Charaktere. Viel zu schnell aber kippt die Stimmung: deftige Prügeleien an jeder Ecke, Statham ist wieder in seinem Element. Dabei ist die zeitlose Idee "Mann will neues Leben anfangen, wird von Vergangenheit eingeholt und muss seine Liebsten beschützen" immerhin solide umgesetzt. Leider geht dem Film viel zu schnell die erzählerische Kraft aus - und der Verdacht, das alles schon einmal woanders gesehen zu haben, wird spätestens beim überraschungsarmen Finale bittere Gewissheit.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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