Musiktheater Kritiken

Alternder Doge in einer Opern-Geisterbahn

Lexikon | H R | aus FALTER 04/14 vom 22.01.2014

Ein grottenschlechter Kostüm-Mummenschanz inklusive Gefängnisvollzug mit Folter und Fingerabhacken erwartet die Zuschauer in Giuseppe Verdis Frühwerk "I due Foscari". Trotz des steifen Librettos des armen Franesco Maria Piave enthält die Oper dennoch spannenden Gesang, auch düstere Musik. Im Orchester oft krawallig, mit einem guten, aber zu lauten Tenor und einer zuweilen schrillen Sopranistin, ist es nur Plácido Domingo, der sich trotz fürchterlichem Klunker-Ornat auf der Bühne auch baritonal mit stupender Stimme in Szene zu setzen vermag. Wie der bereits 72-jährige Star in der Abdankungsarie "Ein Fürst bin ich nicht mehr, ein Fürst bin ich gewesen" sich selbst am Ende im "Nachthemd" überzeugend darstellt, ist phänomenal und fast wie das wirkliche Leben.

Theater an der Wien, Sa (ohne Domingo), Mo (letztmals) 19.00


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