Reinpassen muss es halt!

Die Ausstellung zum Architekturpreis des Landes Steiermark ist derzeit im Grazer HDA zu sehen

Steiermark | Tiz Schaffer | aus FALTER 04/14 vom 22.01.2014

Es hat sich doch so einiges geändert, was den Architekturpreis des Landes Steiermark betrifft. Wurde er bis 2010 alle zwei Jahre vergeben, so dürfen sich nun nur mehr alle drei Jahre Baukünstler über Auszeichnungen freuen. Zudem wurden die aktuellen Gewinner, es sind dies die .tmp architekten mit ihrer Volksschule in Hausmannstätten, bereits im Zuge der Vergabe der Landeskulturpreise Ende letzen Jahres bekannt gegeben und geehrt.

Suboptimal vielleicht, da das bislang immer bei der Ausstellungseröffnung passierte und somit doch ein gewisses Spannungselement abhanden gekommen ist. Aber gut, andererseits handelt es sich bei diesem Preis ja um keine Lottoziehung, sondern vielmehr soll man einen Eindruck davon bekommen, wie es um die baukünstlerische und städtebauliche Schaffenskraft in der Steiermark bestellt ist. Und diesen Eindruck kann man nicht nur bei der derzeit laufende Ausstellung im Grazer Haus der Architektur HDA, sondern auch im dazu erschienenen, zweifelsohne sehr hübsch gestalteten "Architekturjahrbuch Graz Steiermark 2013" holen.

Noch etwas ist anders gelaufen dieses Jahr: Waren die Solo-Kuratoren des Preises, sie entscheiden im Alleingang, zumindest die letzten Male Architekturhistoriker oder -kritiker, so hatte mit der Niederländerin Nathalie de Vries heuer jemand die Entscheidungsgewalt, der die Tücken der Praxis kennt: eine aktive Architektin.

Fast 50 Einreichungen hatte sie zu begutachten, war im letzten Jahr einige Male in der Steiermark und besuchte die Projekte der Preiswerber vor Ort. Dass nun eine Schule das Rennen gemacht hat, hatte für de Vries - neben der architektonischen Qualität des Bauwerks und wie es sich mit der Landschaft verbindet - noch einen anderen Grund: "Ich weiß, dass Schulen sehr schwer umzusetzen sind. Dafür bin ich empfänglich."

Apropos Architektur und Landschaft: Anhand dieser Perspektive wurden die eingereichten Projekte dieses Jahr bewertet - wie kann spannende, auch neuartige Baukunst aussehen, ohne dass sie dabei auf die Anforderungen des Umfelds, des räumlichen Kontextes, der Landschaft pfeift, sich also harmonisch einfügt? Nach Einschätzung von de Vries haben sich neben der Volksschule Hausmannstätten diesbezüglich die "Auster", das Schwimmbad in Graz Eggenberg, von fasch&fuchs.architekten und die Zentraltunnelwarte Hausmannstätten von Dietger Wissounig Architekten hervorgetan. Die Ausgezeichneten und drei weitere Nominierte kann man sich nun ganz elegant in Form von großen Panoramainstallationen im HDA reinziehen.

Haus der Architektur HDA, Graz, bis 21.2.


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