Nüchtern betrachtet

Mein zweites Standbein ist mein Tanzbein

Feuilleton | aus FALTER 05/14 vom 29.01.2014

Meine Leistungen in Sachen Selbstkasteiungen in diesem jungen Jahr verdienen es fraglos, als "heroisch" qualifiziert zu werden. Innert einer Woche hatte ich vier Abendveranstaltungen mit öffentlicher Konversation und anschließendem Wirtshausbesuch und habe während dieser Zeit zwei Ingwerhoniglimettenlimos, drei alkoholfreie Biere und circa einen Hektoliter Mineralwasser konsumiert. Zuletzt war ich gar bei einer Ü-40-Party, die so zu nennen sich die für die Organisation derselben zuständige Selbsthilfegruppe weigert, um die semigeriatrische Sause stattdessen unter pfiffige, saisonal wechselnde Motti wie "Dance the Frost Away!" zu stellen.

Kneifen konnte ich schlecht, denn man hatte mich offiziell als Eisbrecher und Eintänzer geladen, was ja außerhalb Wiens, wo ich im Innergürtelbereich einen gewissen Ruf als verboser Edutainer genieße, mein zweites Stand-bzw. mein Tanzbein ist, denn zwischen Haag am Hausruck und Hall in Tirol kennt man mich so gut wie ausschließlich als furchtlos-flamboyanten


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