Das schwarze Netz

Ein Wiener verkaufte Drogen über das Internet - im Prozess gegen ihn erfuhr man viel über das mysteriöse Darknet

Medien | BERICHT: LISA SCHMID NINA STRÖML ÖZLEM DUYAN | aus FALTER 05/14 vom 29.01.2014

Mühsam navigiert der Postler seinen prall gefüllten gelben Wagen an den Passanten vorbei. Im Eingang eines Zinshauses bleibt er stehen und kramt ein schmales Päckchen in Form einer DVD-Box hervor. Er wirft es in das Postkästchen Nummer 4 und zieht weiter. Was er nicht weiß: Die Bewohnerin hinter Tür Nummer 4 erwartet ihr Päckchen besonders ungeduldig, denn für sie ist dieser Postler der langersehnte Drogenkurier.

So oder so ähnlich hat es sich von Sommer 2011 bis Frühling 2012 tatsächlich abgespielt. Ein 20-jähriger Wiener verdiente damals mindestens 20.000 Euro, indem er mehr als 300-mal kleine Mengen Kokain, LSD und Amphetamine, versteckt in DVD-Boxen, verkaufte -Zusteller war dabei immer die Österreichische Post AG. Gedealt wurde bequem über das Internet, genauer gesagt über das Darknet, einen uneinsehbaren Teil des Netzes, wo sich Drogendealer, aber auch Whistleblower bewegen.

Der Wiener Drogendealer flog nur auf, weil einer seiner Käufer vergessen hatte, sein Paket abzuholen.


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