Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 05/14 vom 29.01.2014

Vielen TV-Filmen merkt man an, dass ihre Regisseure eigentlich auf die Leinwand wollten. Lange Landschaftseinstellungen und vielsagende Gesprächspausen funktionieren auf dem Bildschirm nicht besonders gut.

Es gibt aber auch Filme, auf die das Gegenteil zutrifft. Martin Scorsese zoomt in seinem neuen Film "The Wolf of Wall Street" andauernd auf TV-Geräte und filmt Werbespots und Unterhaltungsshows ab. Außerdem hat die Geschichte keinen wirklichen Spannungsbogen, sondern ist eine Aneinanderreihung von Szenen, in denen gequasselt, gesoffen und gevögelt wird. Um so etwas zu sehen, braucht man nun wirklich nicht ins Gartenbaukino zu gehen. Der Film hat alles, was Fernsehserien so beliebt macht. Er rekonstruiert ein historisches Ambiente, in diesem Fall die Yuppie-Ära, und hat mit Leonardo Di-Caprio einen charismatischen Protagonisten. Hätte Scorsese aus dem "Wall-Street-Wolfi" doch nur eine Soap-Opera gemacht... F


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