Aber nicht ohne Helm

Die Klinische Psychologin Christine Sonn-Rankl erklärt, warum wir unsere Kinder mehr Gefahren aussetzen sollten


GESPRÄCH: BIRGIT WITTSTOCK
Stadtleben | aus FALTER 05/14 vom 29.01.2014

Lena darf ihre Kinderzahnbürste selbst nicht in der Hand halten. Ihr Vater hat Angst, sie könnte sich damit verletzen. Alex darf bei der Geburtstagsfeier kein Ei auf einem Löffel, den er zwischen die Lippen geklemmt hat, balancieren - auch seine Eltern fürchten sich vor möglichen Verletzungen.

Der Markt für Kinderausstattung hat längst auf die Sorgen unsicherer Eltern reagiert: Es gibt Sturzhelme für Krabbelkinder oder sogenannte Fruchtsauger für die, die gerade lernen, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Es gibt Brausen, die die Temperatur anzeigen, damit Eltern ihre Kinder nicht unabsichtlich verbrühen und den Wasserhahnschutz, damit sich die Kleinen nicht den Kopf an den Armaturen stoßen. Das Babyfon ist längst überholt, inzwischen lässt man sein Baby videoüberwachen, während es im eigenen Bett schläft. Praktisch!, sagen die einen, übertrieben finden die anderen. Der Trend geht zu immer mehr Sicherheit und gleichzeitig zu immer weniger Eigenverantwortung. Christine Sonn-Rankl,

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