Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 05/14 vom 29.01.2014

Pop

Bohren &Der Club of Gore: Piano Nights

Erst spielten Bohren & Der Club of Gore Metal/Hardcore, später entdeckten sie das Schreckpotenzial der Stille und entwickelten einen düsteren Zeitlupen-Ambientjazz. Heute bezeichnen sie ihren Sound als "Fahrstuhlmusik" - für Geisterhäuser, möchte man ergänzen. "Piano Nights" ist nur an der Oberfläche eine schöne Klangtapete. Zeitweise liegt etwas Bedrohliches in der Luft, dann wieder erinnern die Stimmungen an die Krautrock-Meditierer Popol Vuh, allerdings ohne den esoterischen Beigeschmack. Erhabene Musik. (Pias) SF

Global

Sormeh: Sormeh

Die Quellen, aus denen sich die Musik des mit Klarinette, Viola und Rahmentrommel äußerst apart besetzten Trios speist, reichen von sephardischen Traditionals über Klezmer, Rembetiko und jiddische Chansons bis zu Wiegenliedern iranischer Nomaden. Die drei jungen Frauen aus dem Iran und Serbien, die sich hierzulande zusammenfanden, kriegen das aber alles locker unter einen Lidstrich (so die Bedeutung des persischen "Sormeh"): ein vitales, abwechslungsreiches, das Pathos nicht scheuendes und dennoch unkitschiges Album. Toll. (Lotus) KN

Klassik

Cimoszko/Fuller: Bach. Die Flötensonaten

Sieben Sonaten für Flöte komponierte Bach, wobei nicht ganz geklärt ist, welche dieser Sonaten wirklich von ihm stammen und wo sein Sohn Carl Philipp Emanuel mitgearbeitet haben könnte. Grzegorz Cimoszko (Flöte) und Richard Fuller (Cembalo) ist nun eine schöne Einspielung dieser Stücke geglückt. Es erfreut, mit welcher Eleganz und Leichtfüßigkeit Bach für das damals neu entdeckte Instrument komponiert hat. Schade nur, dass man diese herrliche Musik so selten im Konzert zu hören bekommt. (Gramola) MDA


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