Auswärts rumsitzen, daheim rumorgeln

Daniel Wissers Roman "Ein weißer Elefant" handelt nicht vom Burn-, sondern vom Boreout

Feuilleton | TEXTERFASSUNG: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 05/14 vom 29.01.2014

Man stelle sich vor: Jemand hat zwar einen Job, aber keine Arbeit. Die Firma zahlt weiter, allerdings nur fürs Absitzen der Zeit, weil sie zwar keine Verwendung mehr für eine Arbeitskraft hat, aber eine Entlassung zu teuer kommen würde. Faul rumsitzen im Büro? Auf Dauer auch nicht schön!

Burnout gilt als Modekrankheit unserer Zeit, aber es gibt auch das Gegenteil: Boreout. Der Begriff geht zurück auf eine 2007 erschienene Studie von Philippe Rothlin und Peter R. Werder: "Diagnose Boreout. Warum Unterforderung im Job krank macht".

Der Wiener Daniel Wisser, der schon in seinem Debütroman "Standby"(2011) die Absurditäten der ganz alltäglichen Arbeitswelt erkundet hat, legt mit seinem zweiten Roman ein Buch über zwei Männer vor, die unter Boreout leiden.

"Die Vorgangsweise, jemandem ein Büro zu geben und ihm gleichzeitig jede Aufgabe zu entziehen, hat mich in ihren Bann gezogen", erklärt Wisser. "Das Thema ist zum einen literarisch unbesetzt und trifft zum anderen den Kern vieler


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