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Lyrik zum Lesen und Lesenlassen

Feuilleton | aus FALTER 05/14 vom 29.01.2014

Erwin Einzinger schreibt Gedichte, die auf den ersten Blick gar nicht wie solche aussehen und einen durch die Vielfalt der in ihnen angesprochenen Dinge und Begebenheiten zum Staunen bringen. Der Oberösterreicher fängt alles Mögliche ein: Nahes und Fernes, Alltägliches und Abseitiges. Ständig wechselt die Szenerie, vieles ereignet sich gleichzeitig, und manchmal befindet man sich am Ende eines Gedichts auf einem anderen Kontinent. Nicht alles ist nach Sinn oder auf Folgerichtigkeit zu befragen. Als Motto dient ein Ausschnitt aus einem Brief von Flaubert an Maupassant: "Wie die Sonne überzieht die Poesie den Mist mit Gold. Pech für die, die das nicht sehen." Das passt. Bei aller Melancholie, die den Texten bisweilen eingeschrieben ist, ist Einzinger immer auch bemüht, ein wenig Glück aufzulesen. Es findet sich dort, wo man nicht danach gesucht hätte: "Glücklich diejenigen, denen die Sonne auf die Zehennägel scheint!" SF

Erwin Einzinger: Barfuß ins Kino. Gedichte. Jung und Jung,


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