Kommentar des Chefredakteurs

Warum die Kids von Kiew wichtiger sind als die befrackten Burschenschafter


LEITARTIKEL: FLORIAN KLENK
Falter & Meinung | aus FALTER 05/14 vom 29.01.2014

Vergangenen Freitag, kurz bevor die Polizei Wiens Innenstadt zur Verbotszone erklärte und ein paar Dutzend Hooligans vor den Augen tausender Demonstranten die Innenstadt terrorisierten, erreichte mich das Mail eines aufgebrachten Freundes. Er lebt seit zwei Jahrzehnten im europäischen Ausland, er arbeitete für Hilfsorganisationen in Sarajevo und in Prishtina. Er wirft einen anderen Blick auf Österreich.

Sein Schreiben war eine Anklage gegen die politischen Eliten dieses Landes. Diese steckten in einer "Debatten-und Diskussionskultur","die sich in den letzten 20 Jahren nicht verändert" habe.

Das ewige Links-gegen-rechts-Affentheater, der Stumpfsinn der Korporierten, die Reflexe hysterischer Sektierer, dazwischen eine kottaneske Polizei, die die Lage zwar richtig einschätzt, aber im Ernstfall nicht im Griff hat: Warum, so fragte sich mein ausgewanderter Kollege schließlich, schmore Wiens kritische Öffentlichkeit immer noch im eigenen Saftl? Wieso zeigt sie dieser Tage keine Solidarität

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