Mediaforschung Verführungskolumne

Die ultimative Werbung kommt dieses Jahr von: Volkswagen

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 06/14 vom 05.02.2014

Wenn es in der Werbewelt so etwas wie einen Höhepunkt gibt, dann kommt er ziemlich regelmäßig, nämlich immer in der Halbzeitpause des Super Bowl. Die haben Sie - und das ist die schlechte Nachricht - vermutlich schon verpasst; das Football-Endspiel ging am Sonntag über die Bühne.

Der Super Bowl ist das größte Sportereignis in den USA, jedes Jahr verfolgen es mehr als 100 Millionen Amerikaner im TV. Dementsprechend teuer ist die Werbezeit -30 Sekunden Super-Bowl-Pause gibt's um vier bis sechs Millionen Dollar. Das sind Rieseninvestitionen, daher schickt jede Firma ihren besten Spot ins Rennen. Und weil alle mit Superwerbungen auffallen wollen, ist Auffallen ziemlich schwer. Die Biermarke Bud versuchte es im heurigen Super-BowlSpot mit süßen Welpen, der Domainbetreiber GoDaddy mit Bodybuildern, Pepsi mit Footballspielern und Sodastream mit dem lasziven Star Scarlett Johansson.

VW toppt sie alle. Der Plot: Autoingenieure setzen ihr technisches Know-how ein, um mit komplizierten Formeln die "ultimative Spieltag-Werbung" zu entwickeln. Heraus kommt eine wunderbare Persiflage auf die Werbewelt: Um einen VW posieren herzige Welpen, stramme Footballspieler, Bodybuilder und der laszive Star Carmen Electra. Durch billigen Slapstick herrscht bald das totale Chaos am Set. Mit dem absurden Spot schafft VW den entscheidenden Touchdown im Werbe-Endspiel - und haut der vor Klischees triefenden Branche dabei ordentlich eine auf den Helm.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige