Musik Tipps Pop

Depeche Mode bitten zur Messe für die Massen

Lexikon | GS | aus FALTER 06/14 vom 05.02.2014

Willkommen in meiner Welt, treten Sie ein", singt Dave Gahan zu Beginn von "Delta Machine", dem erst 13. Album in 35 Karrierejahren von Depeche Mode. Er lädt jede Silbe mit Bedeutung auf, durchleidet die Worte. Die Musik dazu ist spröde. Minimalistisch elektronisch, bluesig und frei vom hymnischen Stadionrock, den die Ex-Synthiepopper bei Bedarf aber nach wie vor auch beherrschen.

Mittendrin erzeugen Streicher Dramatik, passend zum Text, der von Tränen und gebrochenen Flügeln spricht. Die folgenden Songs tragen in Beton gegossene Titel wie "Angel","Heaven" oder "Soothe My Soul"; die Seele wird aber nicht beruhigt, sondern aufgewühlt. Geprägt von Grautönen in allerlei Schattierungen, ist "Delta Machine" eine ambitionierte, teils etwas melodiearme und angestrengte, über weite Strecken aber ziemlich gute Platte.

Eine überraschend gute Platte sogar, zumal für eine Band, die live zwar immer eine Einserbank ist, im Studio nach der Jahrtausendwende aber bisweilen ein bisschen aus dem Tritt geraten war. Nach dem letztjährigen Exklusiv-Kurzgastspiel im Museumsquartier gastieren Depeche Mode mit der Tour zu "Delta Machine" jetzt auch ganz regulär in Wien. Support: Soft Moon.

Wiener Stadthalle, Sa 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige