Im KZ unter Palmen

Margot Pilz hat viel erlebt: die Gewalt japanischer Soldaten, das Patriarchat und die Abstraktionen der Wiener Medienkunst

FEUILLETON | PORTRÄT: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 06/14 vom 05.02.2014

Der Lagerappell ist morgens um vier. Dann muss Ottilie ter Heege antreten und melden, ob alle da sind. Wenn etwas nicht stimmt, gibt es Schläge. Dieses eine Mal reagiert die Gefangene anders. Der Aufseher brüllt -sie lacht. Sie lacht den japanischen Soldaten aus, bis er vor ihr in die Erde schießt.

"Er hat sie nicht erschossen, weil eine Frau in seinen Augen minderwertig war", sagt die Künstlerin Margot Pilz. Nur so kann sie sich erklären, dass ihre Mutter damals, im Lager Lampersari, am Leben blieb. Es sei unter seiner Würde als Mann gewesen, eine Frau zu töten. "Er hat sich damit begnügt, meine Mutter mit dem Gewehrkolben zu schlagen."

Margot Pilz ist heute 77 Jahre alt und lebt als Künstlerin in Wien. Ihre Kindheitserlebnisse stellt sie nun in einer Ausstellung dar, die im Wiener Künstlerhaus zu sehen ist.

Bisher hat Pilz es vermieden, öffentlich über ihre Jahre im Lager Auskunft zu geben. "Meine Mutter hat die Geschichten 1000 Mal erzählt. Ich konnte es einfach nicht mehr


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