Kommentar des Chefredakteurs

"Affäre" Pürstl: Wieso wir alle einen anderen Diskurs mit der Polizei brauchen

Falter & Meinung | LEITARTIKEL: FLORIAN KLENK | aus FALTER 06/14 vom 05.02.2014

Vergangene Woche, als sich Demonstrationen gegen den Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl formierten und er in sozialen Medien von Journalisten als "Schuft" tituliert worden war, der die Stadt verlassen möge, hatte ich die seltene Möglichkeit, an der Volkshochschule mit Polizisten zu diskutieren. Sie besuchten einen Fortbildungskurs über "Flucht und Polizei".

Eine junge Polizistin blickte gleich zu Beginn etwas misstrauisch. Sie wirkte sauer. Während der Demonstrationen gegen den sogenannten "Akademikerball", so erzählte sie, wurde sie von Demonstranten mit Flaschen und Sprengkörpern beworfen, "das volle Programm". Sie habe auf dem Stephansplatz hinter dem Polizeischild um ihre Unversehrtheit gebangt.

Jetzt saß sie da ohne Helm und Schild, in Sneakers und Jeans, und erwartete die übliche Kritik an der Polizei.

Und in der Tat: Ich wollte über den Tod des bei der Abschiebung durch Polizisten erstickten Schubhäftlings Marcus Omofuma sprechen. Ich wollte über die Ursachen der


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