Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 06/14 vom 05.02.2014

Pop

Actress: Ghettoville

Der Brite Darren J. Cunningham alias Actress ist einer der wenigen Elektronikproduzenten, denen es in den letzten Jahren noch gelungen ist, eine eigene Handschrift zu entwickeln. Auf seinem vierten Album bringt er seinen Ansatz nun endgültig auf den Punkt. Man hört extrem reduzierte elektronische Musik, die Genres wie Detroit Techno oder Dubstep bis auf die Rhythmusskelette abnagt und sich durch weithin menschenleere Ruinen walzt. Wer da an John Carpenter denken muss, ist keineswegs im falschen Film. (Werkdiscs) SF

Pop

Broken Bells: After the Disco

The-Shins-Frontman James Mercer und Starproduzent Danger Mouse veröffentlichen ihr zweites gemeinsames Album. Es steht im Zeichen der späten 70er und frühen 80er und liefert den Soundtrack für den Morgen nach dem Samstagnachtfieber. Drin sind: gemütliche Disco-und R&B-Grooves, flashige Synthies, blassgesichtiger Funkpop von der Westküste. Dazu versucht Mercer zaghaft, im Fach Bee-Gees-Falsettgesang zu reüssieren. Klang der Erstling 2010 wie aus einem Guss, geht das Stilgemisch hier nicht zwingend auf. (Sony) SF

Klassik

Les Vents Français: Ibert, Ravel, Hindemith u.a.

Die fünf fantastischen Bläsersolisten Les Vents Français -darunter Flötist Emmanuel Pahud, Oboist François Leleux und Klarinettist Paul Mayer -haben ihr Doppelalbum Komponisten der klassischen Moderne gewidmet. Neben Bekanntem wie Iberts "Trois pièces brèves", Hindemiths "Kleiner Kammermusik" und Zemlinskys "Humoreske" finden sich auch selten gespielte Kostbarkeiten: André Jolivets "Sonatine für Oboe und Fagott" etwa oder Paul Taffanels kurioses Bläserquintett. (Warner Classics) MDA


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