"Ich bin leider ganz gut drauf"

Judith Holofernes von Wir sind Helden veröffentlicht ihr Solodebüt. Die Berliner Musikerin über erhebende Festivalmomente, die Bild-Zeitung, kritischen Konsum und Altersradikalität

Feuilleton | GESPRÄCH: GERHARD STÖGER | aus FALTER 06/14 vom 05.02.2014

Judith Holofernes ist wieder da, und die selbst verordnete Auszeit hat der Berlinerin sichtlich gutgetan. Wirkte die Frontfrau der seit 2012 pausierenden Band Wir sind Helden beim letzten Falter-Gespräch 2010 müde und ausgelaugt, so blitzt ihr jetzt wieder der Schalk aus den Augen. Das Kleid der Berlinerin ist schick, aber nicht zu damenhaft, das Make-up dezent. Sie spricht schnell und pointiert, lacht viel und trinkt eine Kräuterteemischung, die sie von zu Hause mitgebracht hat.

Falter: Frau Holofernes, 2012 haben Sie Ihre Band auf Eis gelegt und sich ins Privatleben verabschiedet. Glaubten Sie nach zwei Jahrzehnten Musik ernsthaft, die Gitarre in die Ecke stellen zu können?

Judith Holofernes: Nein, aber ich hatte ein ganz starkes Bedürfnis nach Rückzug, und ich dachte, ich würde einen Roman schreiben. Einfach nur, weil mir das zugehörige Leben attraktiv erschien. Alle würden mich in Ruhe lassen, während ich fünf Jahre in meinem Arbeitszimmer sitze und schreibe, dachte ich. Irgendwann


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