"Zwei Heimwehrmänner schieß ich noch ab"

Vor 80 Jahren versank Österreich im Bürgerkrieg. Eine Sammlung von literarischen Texten holt die Februarkämpfe 1934 zurück ins Jetzt

Politik | REZENSION: ERICH KLEIN | aus FALTER 06/14 vom 05.02.2014

Die ideologischen Konfrontationen des Bürgerkrieges im Februar 1934 mochten die Geschichte der Zweiten Republik entscheidend beeinflussen -zu den Merkwürdigkeiten ihrer Literaturgeschichte gehört es, dass die Februarkämpfe mit ihren Hunderten von Verletzten, eintausend Toten und unzähligen Verhaftungen kaum Gegenstand der Darstellung wurden. Ausnahmen wie Hilde Spiel bestätigten dabei die Regel, die in ihren Erinnerungen auf fast provokante Weise bemerkte: "Niemand will jenen glauben, für die der Februar 1934 einen härteren Einschnitt bedeutet hat als der Anschluß."

Diesen Ansatz legen der Schriftsteller Erich Hackl und die Literaturwissenschaftlerin Evelyne Polt-Heinzl ihrer Anthologie "Im Kältefieber" zugrunde. Hackl führt den Zusammenhang unserer Sicht auf das Jahr 1934 und den Zusammenhang mit der Nazigeschichte des Landes in seinem umfangreichen Vorwort genauer aus: Wer in der jüngeren österreichischen Geschichte nur "Lebenslüge" sehe, vergesse das "Anstößige" des Februar


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