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Zwischen Charme und Selbstzerstörung

Lexikon | GS | aus FALTER 06/14 vom 05.02.2014

Das Schlagzeug pumpert stoisch vor sich hin, das Klavier ist ebenfalls ganz auf "geradeaus" eingestellt. Dann wird das Tempo massiv beschleunigt, die Gitarre kreischt los und ein hörbar erregter junger Mann beginnt zu singen. Nein, er singt nicht, er plärrt sich die Unzufriedenheit von der Seele. Die Unzufriedenheit mit allem und jedem. Vor allem aber: mit sich selbst. "I Wanna Destroy Myself" heißt das in zweieinhalb Minuten abgehandelte Lied, es eröffnet das dieser Tage erscheinende Album "Day of the Dog" von Ezra Furman. Die Aufgeregtheit des US-Indiemusikers zieht sich durch alle 13 Songs, das Zornbinkerl erweist sich aber sehr bald als großer Charmeur, dem der naive Große-Buben-Charme der Songwriter-Ikone Jonathan Richman auch musikalisch weit näher ist als die krachige Wut des Punk. Lässiger Typ, lässige Platte.

Chelsea, So 21.30


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