Seinesgleichen geschieht  

Öffentliches und Privates: Auf dem Marktplatz bitte nicht zu onanieren!

5er Kommentar des Herausgebers


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Was ist öffentlich? Was ist privat? Hier scheint eine gewisse Verwirrung der Begriffe zu herrschen. Die Feministin Alice Schwarzer mahnte im Zusammenhang mit ihrem Steuerfall das Recht auf Privatheit ein. Im russischen Olympiaort Sotschi erschien der russische Präsident Putin "ganz privat“ im Österreich-Haus. Und in der kleinen Falter-Welt gab es Aufregung über die Frage, ob man aus einem als privat gekennzeichneten Facebook-Eintrag zitieren dürfe.

Diogenes, der berühmte Kyniker, pflegte auf dem Marktplatz zu onanieren und das mit dem Hinweis zu rechtfertigen, er befriedige bloß seine privaten Bedürfnisse. Hatte er recht? Natürlich nicht. Raymond Geuss, in Cambridge lehrender US-amerikanischer Philosoph, dessen Essay über Privatheit vor kurzem auf Deutsch erschien, weist darauf hin, dass die Befriedigung privater Bedürfnisse solcher Art ihre öffentliche Schwelle hat: im Prinzip der "Nichtbeachtbarkeit“.

Soll heißen, ich darf mit meinem öffentlichen Benehmen nicht die Ekelschwelle

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