Im Zweifel lieber schuldig

Medien | Einspruch: Matthias Dusini | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

In Zeiten von Shitstorm und Cybermobbing wird das Urteil über Woody Allen auch ohne Richter gesprochen

Als niedlicher Hektiker mit Hornbrille führte der heute 78-jährige Filmregisseur Woody Allen einst die Listen der erotischsten Männer Amerikas an. Diese Attraktivität ließ schlagartig nach, als er sich Anfang der 90er-Jahre von seiner langjährigen Partnerin, der Schauspielerin Mia Farrow, trennte und deren Adoptivtochter Soon-Yi Previn heiratete. Schon damals erfuhr die Öffentlichkeit degoutante Details aus dem Privatleben des berühmten Paares. So fand Farrow bei Allen Nacktfotos ihrer 19-jährigen Stieftochter. Und ein anderer Spross der Familie, die von den beiden adoptierte Dylan, beschuldigte ihren Stiefvater, sie auf dem Dachboden unsittlich berührt zu haben, was der bestritt.

Damals mutierte Woody Allen für manche vom Filmneurotiker zum realen Perversling, und die Vorverurteilung war auch nicht zu erschüttern, als ein halbes Jahr später die Ergebnisse einer Untersuchung


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