Enthusiasmuskolumne  

Mit dem Weekender zur Mindfulness

Diesmal: das schönste Firmenmagazin der Welt der Woche

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Fraglos zählt Jeff Bridges zu den Leuten, die ziemlich viel ziemlich richtig gemacht haben. Das verleiht ihm auch jenseits der Leinwand einen Nimbus der Coolness, weswegen das einst schwedische und heute deutsche Modelabel Marc O’Polo ihn zum "Markenbotschafter“ ernannt hat. Mann und Marke passen gut zusammen, sprich: Jeff Bridges macht im Bio-T-Shirt und im Jeanshemd gute Figur (würde das aber auch in einem Erdäpfelsack tun). Dass er das Institute of Compassionate Awareness unterstützt und "Mindfulness Meditation“ betreibt, hätte man jetzt nicht unbedingt wissen müssen, aber The Marc O’Polo Diary zählt auch nicht zu jenen Zeitungen, die man lesen muss, durchblättern reicht - durchblättern ist toll.

The Marc O’Polo Diary glänzt nicht nur mit gut aussehenden und verdienenden Menschen (Schauspielerin Sibel Kikeli ist ebenso an Bord wie ein surferbärtiger Set-Designer oder ein Mailänder Kunstkurator), es sieht selbst ziemlich gut aus. Nicht hochglanzschick, sondern voll ökomindful, also ohne Heftklammern und auf Zeitungspapier. Es ist von beiden, der männlichen (Jeff Bridges) wie der weiblichen (Amber Valletta), Seiten her les- bzw. durchblätterbar und vermittelt das Gefühl, dass Strandhaus und Segelboot automatisch mitgeliefert werden, sobald man eins der Shirts überstreift oder sockenlos in die angebotenen Sneaker schlüpft.

Die Menschen, die zu sehen sind, haben zwar anstrengende Jobs, sind aber dennoch stets auf dem Sprung ins Wochenende, weswegen eine Tasche des Typs Weekender auch das wichtigste Accessoire ist. Sehr ungewöhnlich für ein Modemagazin: Die gezeigte Kleidung ist scharf, farbgenau, gut ausgeleuchtet und tadellos erkennbar abfotografiert. Man kann sie also vermutlich echt anziehen.


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