Bös, morbid und auch mal närrisch: "Trumpf“ ist ein spätes Happy End für Garish

Feuilleton | Musikkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Spricht man mit Thomas Jarmer, würde man nie vermuten, dass der Mann so klingt, wie er klingt, wenn er singt. Dann nämlich verwandelt sich der ruhige, nette, in Wien lebende Burgenländer in eine Kitschnudel mit ordentlich Pathos in der Stimme und einem leichten Hang zum Outrieren.

Früher war das zumindest so. Bis weit herauf in die 2000er-Jahre waren die Werke seiner Band Garish deshalb streckenweise schwer genießbar. Jarmer ließ sich zu oft anmerken, wie ergriffen er vom Klang seiner eigenen Texte war. Vielleicht kaschierte er aber auch nur Unsicherheiten. Die gute Nachricht ist: Der Sänger hat sich mittlerweile voll im Griff. An den Texten hätte es eh nicht gelegen.

Bei aller Emotionalität macht Jarmer da nie das große Befindlichkeitsfass auf, sondern reiht lieber Eindrücke und Assoziationen aneinander - mal boshaft, mal morbid, mal ein wenig närrisch. Dass er das in der Luft liegende Thema Fortpflanzung - er wurde nach dem letzten Album "Wenn dir das meine Liebe nicht beweist“


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