Whisky in der Kanne und Katzen im Klavier

Feuilleton | Improvisation: Klaus Nüchtern | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Hannah Rothschild erzählt die Biografie ihrer Großtante: Pannonica war die "Jazz Baronesse“ und die Muse des Bebop-Pianisten Thelonious Monk

Sie war so etwas wie die heilige Maria des Bebop: Schutzmantelmadonna und Pietà in einem. In ihrem Apartment verstarb Charlie Parker, um den sie sich kümmerte, wie um so viele andere Jazzmusiker der Ära: Ob Einkäufe zu erledigen, ein Instrument vom Pfandleiher auszulösen oder ein Arzt aufzutreiben war, sie kümmerte sich darum.

Und die Drogen, die damals in rauen Mengen im Umlauf waren und die nicht nur Parker ruiniert haben? Für die hat Pannonica de Koenigswarter zumindest die Verantwortung übernommen. Als sie ihren Freund und Protegé, den Pianisten Thelonious Monk, im Oktober 1958 in ihrem Bentley SI Continental Coupé zu einem Gig nach Baltimore chauffiert, werden sie mehr oder weniger anlasslos - Monk wollte Wasser lassen und trinken und hatte zu diesem Zweck ein Motel aufgesucht - verhaftet. Als der Pianist Widerstand leistet, wird er


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