Buch der Stunde

Der blanke Arsch des Mungo Park hat immer Saison

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Während die meisten jungen Schotten seines Alters Röcke lüpften, Furchen pflügten und die Saat aussäten, stellte Mungo Park dem Emir von Ludamar, Al-Hadsch’Ali Ibn Fatoudi, seine bloßen Hinterbacken zur Schau.“ Mit diesem Satz hebt - lebensprall, derb und ein bisschen betrunken vom Rausch der eigenen Worte - T.C. Boyles Debütroman "Wassermusik“ in der Neuübersetzung von Dirk van Gunsteren an. Als der damals völlig unbekannte Boyle 1981 diese funkelnde Abenteuergeschichte veröffentlichte, kam das einem Paukenschlag im Konzert der US-Literatur gleich. Nach Jahren im Zeichen der Postmoderne mit experimentellen, mitunter schwer lesbaren Spielereien von Autoren wie Thomas Pynchon, William Gass oder John Barth war die Zeit reif für etwas Neues.

Boyle machte sich die Errungenschaften der erwähnten Autoren zunutze - Barths legendärer Roman "Der Tabakhändler“ war eine offensichtliche Inspirationsquelle für "Wassermusik“ -, achtete zugleich jedoch auch auf gute Lesbarkeit.


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