Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Pop

Marteria: Zum Glück in die Zukunft II

"In der guten alten Zeit waren alle Donnerstag schon breit“, rappt Marteria im Hit "Kids (2 Finger an den Kopf)“, der die Verbürgerlichungs- und Verspießerungstendenzen in seinem Umfeld beklagt. Pointierte Selbstironie mischt sich da mit einem wirkungsvollen Beat zu einem kleinen Popkunstwerk, das jetzt auch das neue Album eröffnet. Mit dem Schmäh geht der Rostocker in der Folge eher zurückhaltend um. Die Grundtendenz ist nachdenklich, man hört Marteria aber auch ohne Gags gerne zu. (Four Music) gs

Jazz

Thelonious Monk: Paris 1969 (CD/DVD)

Während ihm das Pariser Publikum 1954 noch ablehnend gegenüberstand, ist Monk 15 Jahre später ein akklamierter Star - allerdings gesundheitlich angeschlagen. Kaum hat er in die Tasten des Bechstein-Flügels gegriffen, tritt ihm der Schweiß auf die Stirn. Auf "Straight, No Chaser“ gehen dem blutjungen Paris Wright die Drumsticks ein bissl durch, ehe ihn Saxofonist Charlie Rouse einbremst, der hier einen seiner letzten Auftritte mit einem etwas abwesend wirkenden, aber musikalisch präsenten Monk hat. (Blue Note) KN

Global

Reijseger / Fraanje / Sylla: Down Deep

Der niederländische Cellist Ernst Reijseger kommt aus der Free-Improv-Szene, hat sich zuletzt verstärkt der Weltmusik zugewandt und sich auch hier mit dem Senegalesen Mola Sylla jemanden geholt, der mit M’bira, Xalam, Kongoma und einer ruppig-expressiven Stimme nicht bloß exotisches Flair, sondern eine Klangwelt evoziert, an der sich Cello und Piano in legeren Improvisationen reiben können. Mitunter etwas selbstgenügsam apart spielt man im Zweifelsfalle halt Puccini-Arien.(Winter & Winter) KN

Live: 20.2., 20 Uhr, Sargfabrik


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