Szenen sind nicht mehr verboten!

Feuilleton | Vorschau: Hermann Götz | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Mit seiner neuen Produktion sucht das Grazer Theater im Bahnhof neue Umwege zu sich selbst

Eigentlich ist es nur ein Szenenwechsel, für den die fünf Darstellerinnen in neue Kostüme schlüpfen. Doch sie tun das begleitet von einem Geplärre, wie es jeder kennt, der einmal Familie war. Und weil jeder schon einmal Familie war - wenn nicht als Erziehungsberechtigter, dann zumindest als Kind -, finden sich hier genau alle wieder.

Das ist die Spezialität der Grazer Gruppe Theater im Bahnhof (TiB). Zeitgenössisches Volkstheater nennen sie so was, und die hohe Kunst daran ist, Menschen über sich selbst lachen zu machen - ohne sie deshalb zu karikieren.

In seiner letzten Spielzeit hatte das erfolgreiche Off-Theater ein Stück für die Probebühne des Grazer Schauspielhauses entwickelt: "Lehrerzimmer 8020“. Weil jeder Schule kennt - wenn nicht als Lehrer, dann zumindest als Belehrter -, musste die ebenso bösartige wie sensible Charakterstudie des titelgebenden Soziotops nach einer Reihe ausverkaufter


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