Da fliegt mir doch der Peppi weg!

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Die Gauner-Komödie "American Hustle“ wurde für zehn Oscars nominiert. Und zwar aus sehr guten Gründen

In der Erinnerung des Kinos sehen die 1970er so gut aus, wie sie in den 1970ern nie ausgesehen haben. Das hat seinen Preis und verlangt den Ausstattern enorme Mühen ab. Irving Rosenfeld zum Beispiel braucht morgens im Bad mindestens eine halbe Stunde, und das nur für seine Haare! Zunächst wird ein Toupet auf die weitgehend kahle Schädeldecke gepappt, anschließend werden zwei Haarteile links und rechts angekleistert, und zum Schluss wird das Ganze unter forschem Bürsten und Striegeln mit reichlich Haarfestiger irgendwie in Form gebracht.

Von den Haaren abgesehen ist Irving, der zentrale Protagonist des Films "American Hustle“, ein lässiger Typ. Er scheißt sich nix, sitzt in weißen Boxershorts mit anzüglich gespreizten Beinen und fetter Zigarre am Swimmingpool, ein blasses Baucherl wölbt sich über dem offenen Hemd. Entspannter als Irving kann man gar nicht sein, als der unter


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