Stadtrand

Leb wohl, du guter alter Flohmarkt

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Birgit Wittstock trauert dem alten Flohmarkt nach, als es dort noch echte Schätze zu finden gab

Einst war der Flohmarkt an der Wiener Kettenbrückengasse eine Fundgrube für diverse kleine und größere Schätze. Da gab es verstaubtes Zeugs aus aufgelassenen Haushalten, Krimskrams von Großmutters Dachboden, Kramuri aus Uropas Keller und vieles mehr. Heute findet man dort fast nur noch Klumpert: einzelne zerschlissene Schuhe werden da angeboten; Mode aus Altkleidersammlungen, die zu keiner Zeit modern war. Da gibt es Barbiepuppen ohne Kopf oder Laptops, die aussehen, als wären sie einem Überraschungsei entsprungen, Waschmaschinen, die längst den Geist aufgegeben haben, und ganze Schlüsselbunde für den Kleinkriminellen von Welt. Sieht man sich den Zustand der feilgebotenen Waren an, bekommt der Name Flohmarkt eine leider zu wörtliche Bedeutung. Der Großteil dessen, was die Fetzentandler verkaufen, ist schlichtweg Müll und hat nichts mehr mit günstigen Angeboten und Mehrwert zu tun. Wer will denn schon alte Feinrippunterhosen kaufen, in denen noch die Bremsspuren vom Vorbesitzer zu sehen sind? Geschenkt ist noch zu teuer!


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