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Einer für alles

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Die Entscheidung, Bernhard Rinner zum Chef der Theaterholding (Oper, Schauspielhaus et al.) zu machen, war umstritten. War er doch bis Amtsantritt zu Beginn dieses Jahres Geschäftsführer der steirischen ÖVP. Um sicherzustellen, dass er mit Arbeit nicht unterversorgt ist, wurde er zusätzlich mit der Geschäftsführung der Grazer Spielstätten (Orpheum, Dom im Berg, Kassematten) betraut. Mit Beginn 2015 wird Rinner, wie jetzt bekannt wurde, ein weiteres Amt bekleiden. Acht Monate lang liegt dann die Intendanz der Grazer Oper in seinen Händen.

Die amtierende Opern-Chefin Elisabeth Sobotka wird Graz Ende des Jahres verlassen, die designierte Intendantin Nora Schmid erst im September 2015 nachrücken. Rinner füllt die Lücke. Die Oper blickt auf eine lange Geschichte zurück, sie wird sein Interregnum wohl glimpflich überstehen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Theaterholding, Alfred Wopmann, führte im Gespräch mit dem Falter ins Treffen, dass der Spielplan steht, die zweite Führungsebene das Kind schon schaukeln wird und dass, wenn der Hut brennt, zudem Sobotka zugesichert hat, nicht aus der Welt zu sein. Einen schlanken Fuß macht die Entscheidung trotzdem nicht.

Rinner hat einmal gesagt, er hätte ein "schizophrenes Leben“ geführt - zwischen seiner politischen Tätigkeit und der Liebe zu den schönen Künsten. Seine neue Aufgabe bringt ihn abermals in einen Zwiespalt. Er muss einerseits als Geschäftsführer der Holding die Finanzen im Zaum halten, andererseits ist er als Intendant der Oper für bestmögliche künstlerische Ergebnisse verantwortlich. Sorgt sich denn eigentlich gar niemand um seine Genesung?

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter


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