Menschen

Mein lieber Kran!

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 07/14 vom 12.02.2014

Der Mann hat schon 45 Meter lange Schneeskulpturen auf 2700 Meter Seehöhe entworfen und mit Projektionen bespielt. Er hat Bühnendesigns mit 400 Quadratmeter-LED-Fläche entwickelt. Und jetzt macht Stefan Kainbacher ein Ballett für Kräne in Aspern. "Angesichts der Dimensionen der Baustelle erscheinen solche Dinge als Peanuts“, sagt Kainbacher. Gemeinsam mit den Musikern Florian C. Reithner und Phillip Pankraz hat er sich "Kranensee“ ausgedacht, eine Show für 40 Baukräne, Licht und Musik, die diesen Samstag ab 17.30 Uhr in der Seestadt Aspern über die Baustelle gehen soll. Jetzt ist auch klar, wieso die U-Bahn schon dorthin fährt. Damit die vielen Schaulustigen bequem ins Kranenballett kommen. Der Eintritt zu der aufwendigen 30-Minuten-Show ist übrigens frei.

Der deutsche Filmschauspielerstar Matthias Schweighöfer scheint Wien ja zu mögen. Jedenfalls kommt der junge Mann regelmäßig zu Premieren seiner Filme her. Und Schweighöfer dreht wie ein Berserker. Eher Komödien und eher was fürs Popcorn-Kinocenter. Gemeinsam mit seinem Filmkollegen Tom Beck präsentierte er vergangene Woche im Cineplexx Donauplex "Vaterfreuden“, das Frettchen, das man auf allen Plakaten auf der durchtrainierten Brust des Publikumslieblings und Mädchenschwarms herumturnen sieht, kam allerdings nicht auf den roten Teppich. Dafür gab’s Autogramme satt. Und eine Knieschiene an des Akteurs rechtes Bein.

Im Brut legte der kalifornische Multikünstler und -musiker Dorian Wood einen Tourstopp ein, präsentierte mit Musikerin und Musikern sein neues Album mit mitunter vielleicht ein bisschen sehr kunstigen Songs und war dabei ausgesprochen charming. Er entschuldigte sich gleich zu Konzertbeginn beim Publikum in lupenreinem Deutsch dafür, dass er ein wenig schwitze. Am Ende war Woods schwarzes Hemd voll mit Salzkristallen, sehr eindrucksvoll. Zu Hause führe er ein sehr langweiliges Leben mit seinem Ehemann. Darum muss er auf Konzerten einen auf Drama machen.

Supereindrucksvoll auch die Karriere von Marco Angelini. Kennen Sie immer noch nicht. Der Arzt und Schlagersänger war Kandidat bei der Castingshow DSDS ("Deutschland sucht den Superstar“), dann eben für RTL im Fernsehdschungel, jetzt schnell in der Austropop-Casting-Variante "Herz von Österreich“ bei Puls 4, und demnächst hüpft Signor Angelini auf dem Küniglberg übers Parkett. Übrigens mit Profitänzerin Maria Santner, wie eben bekannt gegeben wurde. Hat der Mann überhaupt Zeit für schlecht bezahlte Auftritte in Großraumdiskotheken? Und wie kommt der ORF an "Dschungelstar“ Larissa Marolt ran? Man könnte ihr eine Daily Soap auf den Leib schreiben. Irgendwas mit Wörthersee und Hotelmilieu, wie wär das?

Leider ein arger Ohrwurm: Das Liedchen "Happy“ von Pharrell Williams hat es bis auf die Mahü geschafft. An zwei Tagen drehte ein kleines Team mit Hobbykamera unter Zuhilfenahme von Passanten, Kindern und ein paar grünen (Stadt-)Politikern wie Kultursprecher Klaus Werner-Lobo oder Bundesrat Marco Schreuder in der Begegnungszone. Schon am dritten Tag nach der Veröffentlichung hatte der fröhliche Clip auf Youtube über 100.000 Clicks. Zählen die auch als Stimmen für die Fuzo?


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