Die Leiche im Keller

Im Grazer Gefängnis Karlau gilt ein Häftling als selbstmordgefährdet. Die Beamten stecken ihn dennoch in eine Isolationszelle. Dort erhängt er sich

Politik | BERICHT: FLORIAN KLENK Mitarbeit: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Am siebten November des vergangenen Jahres stiegen zwei Justizwachebeamte in den Keller der Justizanstalt Karlau. In der dort befindlichen "Absonderungszelle B 006", einem archaisch anmutenden Raum aus der Kaiserzeit, lag der 40-jährige Insasse Ronald D. am Boden.

Die Beamten sahen durch das Guckloch. Sie wussten noch nicht, warum der Mann regungslos dalag. Sie wussten nur, dass er die Tage zuvor schwere psychische Probleme hatte.

Als die Beamten den Raum betraten, erkannten sie, dass sich Ronald D. am Heizkörper mit einem Gürtel erhängt hatte: Sie schrien ihn an. Sie schütteten ihm Wasser ins Gesicht. Der Notarzt stellte den Tod fest, ein Beamter fotografierte den Leichnam mit seinem Handy.

Als der Falter im Dezember über den Selbstmord des Insassen berichtete -er saß wegen schweren Raubes -, stellte die Justizverwaltung dessen Freitod als tragisches und unvorhersehbares Unglück dar. Auch der Anstaltsseelsorger und ein Psychologe beteuerten, alles getan zu haben.

Ronald D. war kein


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