Kolumne Außenpolitik

Matteo Renzi ist Italiens größte Hoffnung - aber keine große

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Zugegeben, es war nicht die feine Art, wie Matteo Renzi seinen Parteifreund -den italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta - abschoss, um selbst Regierungschef zu werden. Renzis Image als neuer Politiker, der mit den Polit-Intrigen gebrochen hat, ist angeschlagen. Die moralische Empörung darüber schießt jedoch übers Ziel hinaus.

Renzi führt die Mitte-links-Partei Partito Democratico (PD) an. Er bleibt die letzte Chance der italienischen Linken, sich in eine mehrheitsfähige Kraft zu verwandeln und das Land halbwegs sozial verträglich aus dem Sumpf zu ziehen. Dass es ihm gelingt, ist nicht garantiert.

Sein ungeduldiger Griff nach der Macht hatte durchaus rationale Beweggründe. Die soziale Lage in Italien hat sich dramatisch zugespitzt. Regelmäßig töten sich ruinierte Kleinunternehmer selbst. Tausende Betriebe flüchten vor ineffizienter Bürokratie und einem absurden Steuersystem über die Grenze ins Tessin, nach Kärnten, sogar nach Albanien. Die Jugendarbeitslosigkeit hat


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige