Katharinas Nachtwache Was in Wiens Partyszene passiert -Veranstaltungen im Überblick

Wenn es in der Pratersauna einmal ordentlich rumpelt

Partytimer | seidler@falter.at | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

In der Pratersauna rumpelt es in dieser Nacht ungewöhnlich heftig. Einmal im Jahr fällt dort das Kremser Donaufestival ein. Es ist das mutigste und konsequenteste Festival des Landes, das mit seinem Booking immer mehr in Richtung Underground und Avantgarde-Elektronik abtaucht und bei seiner Pre-Party einen Vorgeschmack auf das kommende Programm gibt. Während an diesem Samstag eines der letztjährigen Highlights, der Brite Andy Stott, durch karstige Landschaften aus Techno und Maschinenraum-Gezische streift, unterhalten wir uns über das synapsenkitzelnde heurige Line-up zwischen Zeitlupen-Rock von Oren Ambarchi und Laser-Sound-Installationen des Multimediakünstlers Robert Henke. Dean Blunt arbeitet an der Abbildung von Herzschmerz im Internetzeitalter, Detroit-Ikone Jeff Mills gibt Grundlagenerziehung in Sachen Techno, Roly Porter vertont das apokalyptische Sterben eines Sterns. Das letzte April-sowie das erste Maiwochenende gehören also wie jedes Jahr für die Kremsexkursion im Kalender markiert.

VORSCHAU

DONNERSTAG (20.2.): Im Fluc präsentieren die Beatmaker Sessions neue Talente, und im Café Leopold begehen die Nebenzimmer-Sessions -improvisierter Jazz mit Hip-Hop-und Funk-Elementen -ihren zweiten Geburtstag.

FREITAG: House in all seinen seelenvollen Facetten feiern die Commandyoursouls gemeinsam mit Stefan Hoellermann oben im Fluc, unten in der Wanne ist bei DLR und Mstep Zeit für mitunter auch melodiösen Drum 'n'Bass, und im Roxy halten die Masterminds of Soul ihre Vinylliebe hoch. In der Grellen Forelle stemmen die alten Wien-Bekannten Extrawelt Techhouse, während sich das britische Duo Audiojack in der Pratersauna eher auf den zweiten Teil dieses Begriffes konzentriert.

SAMSTAG: Im Celeste erlebt man, wie Salute - jaja, er ist blutjung und aus Wien - synthiegeladene Bass Music mit R&B, Hip-Hop, Pop und dem Internet kurzschließt und dabei Genregrenzen pulverisiert. Der Münchner Superspezialist Dompteur Mooner präsentiert inzwischen im Brut die von ihm zusammengestellte Elase-Compilation, die sich dem selbsternannten Genre Vintage-Futurismus widmet und deren vierte Ausgabe sich der frühen Ausformungen von Disco zwischen Kraut, Acid und Space annimmt. Roman Rauch lotet im Wirr die Tiefen von House aus, Joyce Muniz surft in der Grellen Forelle durch den Stilgemüsegarten, und in der Pratersauna gibt es mit dem Club Tiefgang eine neue Drum-'n'-Bass-Nacht.


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