Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Gösser Kracherl

Alkoholfreier Radler: Light-Fans kommen auf ihre Kosten

Stadtleben | MS | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Die Saison für Biermischgetränke ist eröffnet. Was in den letzten Jahren mit Limonade aufgespritzt wurde und ergo um die Hälfte weniger Alkohol enthielt, hat nun gar keine Prozente mehr. Zumindest ist das beim neuen Kracherl von Gösser der Fall. Das sorgt bei vielen für verständnisloses Kopfschütteln, ist es ja der Alkohol, der nach einem arbeitsintensiven Tag, nach einer schönen Radtour oder einfach just for fun, die Adern weitet, die Durchblutung fördert und ein wenig Geselligkeit aufkommen lässt.

Erstaunlicherweise bildet man sich beim Kracherl ein, ähnlich wie beim alkoholfreien Bier ein wenig Alkohol zu spüren, obwohl es in diesen Mengen nicht der Rede wert sein kann.

Das ist womöglich dem Placebo-Effekt aufgrund des Bierflaschenformates geschuldet. Das Kracherl schmeckt nicht unangenehm: Zitrone im Vordergrund und der Hopfen im Hintergrund, erfrischend, weil kalt. Es ist nichts dagegen einzuwenden und erweitert das Sortiment für Abstinente und Verzichtende.

Aber nach einer Viertelstunde folgt dann ein komischer Nachgeschmack, den man womöglich sonst nicht spürt, weil der Alkohol seine Wirkung tut. Vielleicht ist es die Mischung mit Zitronengrasextrakt, das, man weiß nicht, warum, dazugetan wurde. Lustig ist, dass man auf der Webseite den Hinweis erhält, das Kracherl sei "absichtlich alkoholfrei" hergestellt worden. Als ob einem Braumeister unabsichtlich ein alkoholfreies Bier passieren könnte. Bei einer falschen Bestellung vielleicht.


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