Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Die Übertragung der Serie "Lilyhamer" ist auf ORF eins angelaufen (sonntags, 23.40 Uhr). Darin geht es um einen New Yorker Gangster, den es in den norwegischen Olympiaort Lillehammer verschlagen hat. Die Serie lebt vom starken Auftritt des Schauspielers Steven Van Zandt, der sich als Gitarrist in der Band von Bruce Springsteen und als Mafioso in "Die Sopranos" einen Namen gemacht hat. Wacker trägt er nun seine schwarz gefärbte Elvis-Haartolle durch den hohen Norden.

Die satirische Qualität von "Lilyhamer" speist sich aus interkulturellen Missverständnissen. Für den wertkonservativen US-Gauner sind Väterkarenz und Alkoholmonopol kommunistische Überbleibsel des Kalten Krieges; er zeigt indes Verständnis für den depressiven Grundzug der neuen Freunde. Obwohl die Situationskomik selten in kabarettistische Kalauer kippt, dürften die Norweger lauter lachen als die Mitteleuropäer. Schließlich kennen sie ihre Schrullen selbst am besten.


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