Menschen

Robenjagd

Falters Zoo | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Ein neues Werbegesicht: Burgschauspieler Nicholas Ofczarek macht ab sofort Reklame. Das Wiener Original wirbt für das "Wiener Original", eine neue Biersorte aus Ottakring, das Rezept ist 100 Jahre alt. "Ich habe bisher noch nie Werbung gemacht, weil für mich das Produkt, die Assoziationen, die es hervorruft, die Marke und das Gesamtkonzept stimmen müssen", wurde der Schauspieler zitiert. Wir finden, das Produkt muss auch zum Typ passen. Der Burg-und Braunschlag-Star spielt den Biertrinker wirklich überzeugend. Wobei es eigentlich auch spannend wäre, Herrn Ofczarek als Testimonial zum Beispiel für ein internationales Modelabel zu sehen, oder?

Design-Week-Direktorin Lilli Hollein lud vergangene Woche ins Festival-Hauptquartier im Stilwerk, um dort erstens ein Rückblick-Büchlein zur Vienna Designweek 2013 zu präsentieren und, zweitens, einen kleinen Ausblick auf den Herbst 2014 zu geben. Zudem hatte sie das wunderbare junge Design-Duo chmara.rosinke eingeladen, einen ihrer "Wooden Cubes" in der Fenstergalerie des Festivals aufzustellen, eine Art Display mit der perfekten Perspektive für (Handy-)Fotografen. Ania Rosinke und Maciej Chmara hatten aber auch gleich noch ihr Objekt "Mobile Hospitality" mitgebracht. Nein, das ist kein Krankenwagen, sondern ein Küchenmobil, mit dem die Designer schon viel unterwegs waren. Im Stilwerk wurde allerdings nur ein Eintopfgericht aufgewärmt. Das ganze Haus duftete nach Sauerkraut. Toll.

Kurz schaute bei der Design-Week-Veranstaltung auch der deutsche Künstler Olaf Nicolai vorbei. Der bärtige Herr war nämlich gerade in der Stadt, weil er das Deserteursdenkmal am Ballhausplatz gestaltet und demnächst die Bauarbeiten für die Treppenskulptur. Zum Fototermin mit Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und dem grünen Klubchef David Ellensohn direkt vor Ort klärte man Einzelheiten zum Denkmal, zum Beispiel seine Ausmaße oder die Farbgebung. Kommt schließlich nicht mehr so oft vor, dass in Wien davon neue errichtet werden.

Beim Pompausstatter Popp &Kretschmer gab es hohen Besuch: Adrian Runhof vom Münchner Modelabel Talbot Runhof stattete Wien einen Besuch ab - passend zur Ballsaison, schließlich geht es in seinem Unternehmen um Anlasskleidung für den roten Teppich und die Kundinnen sind schließlich momentan auf Robenjagd.

Ob es nicht eher das Privileg älterer weißer Männer sei, auf Anonymität im Netz verzichten zu können, wollte Puls4-Ankerfrau Corinna Milborn in der Gürtelbogenbar Rhiz bei der Präsentation des Buches "Der unsichtbare Mensch" (Czernin) wissen, das unsere Kollegin Ingrid Brodnig geschrieben hat. FM4-Mann und Blogger Martin Blumenau musste Milborn widersprechen: "Ich sehe mich da eher als schwarze, lesbische Frau", sagte er und trotzdem bloggt er unter echtem Namen. Das Rhiz war knallvoll wie bei einem Konzert, aber es waren mit "ZiB 2"-Journalist und Twitterkönig Armin Wolf oder Armin Thurnher, Herausgeber dieser Zeitung, höchstwahrscheinlich mehr Armins als Stammgäste anwesend. Lustiger Abend und alle hatten Klarnamen.


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