Ein Massenmörder und Entenfreund

In "The Act of Killing" spielen sich Suhartos Killer und Henker selber. Alles im Dienste der Aufklärung?

Feuilleton | FILMKRITIK: MICHAEL PEKLER | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Ob sein Film auf der großen Leinwand oder nur im Fernsehen zu sehen sein wird, spiele keine Rolle, meint der alte, freundliche Mann. Es gehe ihm nur darum, seine Geschichte zu erzählen -und dass das, was er vor 50 Jahren getan habe, auch ein Teil der Geschichte des Landes sei. Mit einfachsten Mitteln und Kostümen würden er und seine Helfer einfach alles nachstellen, was damals geschehen sei.

In der nächsten Szene dann steht der Mann -noch immer freundlich und unverkleidet -auf dem Dach eines Hauses, in den Händen einen Holzstock und eine Drahtschlinge. An diesem Ort und mit diesem Werkzeug hat er seinerzeit auf grausame Weise unzählige Menschen getötet. Nun demonstriert er am Hals seines Begleiters seine Henkerstechnik. Eine weiße Hose wie jetzt, erklärt er, habe er damals aber nicht angehabt.

"Mörder werden bestraft, es sei denn, sie töten in Massen und zum Klang von Trompeten." Mit diesem Voltaire-Zitat eröffnet Joshua Oppenheimer "The Act of Killing" und macht seinen oscarnominierten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige