Theater Kritiken

Das Ende der Kindheit: eine Tragödie

Lexikon | SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

In Karl Schönherrs "Kindertragödie" wird der Verfall einer Familie allein aus der Sicht der Kinder erzählt. Langsam verstehen sie, was sie lieber nicht verstehen würden: Die Mutter hat ein außereheliches Verhältnis -und damit beginnt das Drama, das Ende ihrer Kindheit. Ein Gewehr an der Wand ist Vorbote der Tragödie, die hier noch geschehen wird. Ausrangierte Matratzen und alte Möbelstücke füllen den dunklen Raum (Sabine Ebner), der ein Spiegelbild der alleingelassenen Geschwister ist. Ein Diaprojektor verweist auf ein schöneres Davor. Das Licht bleibt dezent in der dichten Inszenierung von Philip Jenkins, die vor allem durch die Schauspieler (A. Bröderbauer, A. Isabella Holzmann und R. Schmelzer) berührt. Mit Schönherrs poetischem Dialekttext, der 1918 am Volkstheater uraufgeführt wurde, gehen sie behutsam um.

Volkstheater, Schwarzer Salon, Mi 19.30


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