Prekariat und Protest erklären uns die Gesellschaft

Wie sollen Sozialwissenschaften definieren, was Gesellschaft ausmacht? Oliver Marchart sucht die Antwort dort, wo es kriselt

Politik | REZENSION: ISOLDE CHARIM | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Kennen Sie den Fred-Astaire-Effekt? Dieser entsteht, wenn lange und harte Arbeit in ihr Gegenteil kippt - in jene Leichtigkeit und Souveränität, der man ihre Herkunft nicht mehr ansieht. Oliver Marchart ist so ein Fred Astaire der Theorie.

In seinem neuesten Buch macht er sich daran, den Begriff der "Gesellschaft" wiederzugewinnen. Diesem Begriff wird seit Jahren von zwei Seiten zugesetzt: zum einen vom neoliberalen Mainstream -mit Thatchers Credo "There is no such thing as society" -, zum anderen von all jenen postmodernen Theorien, die jegliche Totalität auflösen.

Der Einsatz ist also ein doppelter: ein politischer und ein theoretischer. Marktindividuen, Begehrensströme, Pluralitäten -gegen all das muss man anschreiben, will man den Begriff der Gesellschaft wieder auf die Tagesordnung setzen. Und Marchart will.

Dazu nimmt er uns auf eine lange Exkursion in die Sozial-und Gesellschaftswissenschaften, deren Geschichte er neu schreibt. Marchart erweist sich dabei als hervorragender Leser


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