Stadtrand Urbanismuskolumne

Der Halbstock, das große Hindernis

Stadtleben | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

1853 war ein großes Jahr für die Zivilisation: Der absturzsichere Personenaufzug wurde vom US-Amerikaner und Gründer der Otis Elevator Company, Elisha Graves Otis, erfunden. Tolle Sache das. Ohne den Lift hätte man sicher nicht so hohe Gebäude gebaut. Tatsache: Der Siegeszug der Wolkenkratzer begann erst, als man mit Aufzügen bequem auch die obersten Stockwerke erreichen konnte. Irgendwie eh logisch, denn der Mensch war immer schon faul.

Inzwischen sind 161 Jahre vergangen, die Aufzüge sind um einiges schneller und die Häuser um einiges höher geworden. Dennoch muss man Erstaunliches feststellen: Die Stadt Wien hat es immer noch nicht geschafft, alle ihre Gemeindebauten mit sinnvollen Aufzügen auszustatten. Soll heißen: Wohl gibt es inzwischen in jedem Bau einen Aufzug, doch in vielen hält dieser zwischen zwei Stockwerken. Für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und junge Eltern bleibt also ein schier unüberwindbarer Halbstock als Hindernis. Fragt sich nur, was der Hintergedanke beim Halbstock-Halten ist? Billiger, weil weniger Haltestellen?

Birgit Wittstock wundert sich, dass so viele Aufzüge in Gemeindebauten nur im Halbstock halten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige