Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Ein Auslandsschweizer in Wien ärgert sich über seine Eidgenossen

Politik | ANNA GRUBER | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Wollzeile 15, ein kleiner Käseladen mit dem Namen "Der Schweizer". Man fällt eher durch den Geruch als durch die Größe auf. In der Auslage ein schwarzes Schild, auf dem normalerweise die Tagesangebote angepriesen werden. Doch seit kurzem ist hier ein kleiner Satz mit großer Bedeutung zu sehen: "Ich habe mit Nein gestimmt, meine Eltern auch."

Vor wenigen Tagen haben sich die Schweizer für eine Beschränkung der Zuwanderung entschieden - 50,3 Prozent waren dafür. Ladenbesitzer Andrzej Koch steht für die andere Hälfte der Schweiz. "Ich habe mich so über die Abstimmung geärgert und habe das den Menschen mitteilen wollen", sagt er vor seinem Laden, in dem ein Schweizer Radiosender läuft. Seit sieben Jahren lebt er in Wien, er hat seinen Abstimmungszettel von hier abgeschickt. "Die Schweizer sind hauptsächlich am wirtschaftlichen Wohl interessiert und keineswegs fremdenfeindlich", sagt Koch.


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