Musiktheater Kritiken

Mit tollem Ensemble witzig und präzis inszeniert

Lexikon | HR | aus FALTER 08/14 vom 19.02.2014

Benjamin Brittens "Albert Herring" ist eine kurzweilige Persiflage auf verlogene und spießig-bigotte Kleinstadtmoral, bei der der Tenor Sebastian Kohlhepp als Muttersöhnchen endlich im Rum und -nur angedeutet -in der Erotik sein Ich entdeckt und zum Mann wird. Die von Brigitte Fassbaender vortrefflich inszenierte Kammeroper besticht durch die überzeugende Ensembleleistung, bei der gute Sänger wie Birgid Steinberger als Schulvorsteherin, Morten Frank Larson als Pfarrer oder Daniel Ochoa als Metzgerbursche und alle anderen Akteure glänzend spielen.

Einziges Manko: Die in der Partitur musikalisch grandiose Komödie wird leider nicht auf Englisch, sondern in deutscher Übersetzung, in der sich etwa "Einfachheit" auf "Ewigkeit" reimen muss, gespielt, bei der man noch dazu auch die Übertitel mitlesen muss.

Volksoper, So 18.00, Di 19.30


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